
Wir treffen uns auf dem Schusterplatz in der Elberfelder Nordstadt.
31.5. | 28.6. | 26.7. | 30.8. | 27.9. | 10 – 10:30 Uhr
Du bist willkommen! Freier Eintritt, ohne Anmeldung – einfach dabei sein.
Bitte eine Sitzgelegenheit (Decke, Kissen, Stuhl o.Ä.) mitbringen
Gemeinsames Schweigen lädt ein. Es lädt ein zum Innehalten, zum Atemspüren, zum Verweilen im Augenblick – für mehr Verbundenheit und wachsenden Frieden. Jeder für sich und doch gemeinsam. Ohne Social Media, Unterhaltungen oder Erledigungen. Einfach Mensch sein. Und beobachten, was in uns geschieht.
Ersetzt Schweigen das Handeln? Keineswegs.
Aus der Kraft der Einkehr entstehen andere Antworten als aus dem oberflächlichen Drang, etwas tun zu müssen – für sich selbst, das eigene Umfeld und die Gesellschaft.
Der Prozess endet nicht im Schweigen – er beginnt dort.
Warum Schweigen?
Wir alle kennen unterschiedliche Formen des Schweigens:
das unangenehme Schweigen, wenn uns nichts mehr einfällt. Das wütende Schweigen, wenn uns die Worte fehlen. Aber auch jenes Schweigen, das entsteht, wenn wir von einem Augenblick tief berührt sind – etwa beim Blick in die Natur oder bei einer besonderen Begegnung.
Dieses gemeinsame Schweigen ist bewusst gewählt. Für eine halbe Stunde sitzen wir in Stille auf dem Schusterplatz. Ohne etwas leisten oder erreichen zu müssen. Einfach da sein.
Im gemeinsamen Schweigen entsteht dabei etwas Besonderes: ein gemeinsamer Raum der Präsenz. Die Stille trägt nicht nur jeden Einzelnen in seinem eigenen Prozess, sondern verbindet uns auch als Menschen.
Was hat Schweigen mit Frieden zu tun?
„Der Friede beginnt in Dir.“ – Dalai Lama
Frieden beginnt nicht erst im Außen. Er beginnt in uns selbst.
Um mit uns in Kontakt zu kommen, brauchen wir Räume der Stille und der Einkehr – Momente, in denen wir nicht durch Social media, Unterhaltungen oder Erledigungen abgelenkt sind.
Schweigen ersetzt dabei nicht das Handeln. Es ist aber ein Unterschied, ob man aus einer vordergründigen Wut, unterschwelligem Frust oder Aktionismus heraus handelt oder aus der Kraft der Stille, des Rückzugs, der Einkehr, der Sammlung – und daraus den nächsten Schritt gestaltet. Für sich, für sein Umfeld und für die Gesellschaft.
Der Prozess endet nicht im Schweigen – er beginnt dort.
Was machen wir beim gemeinsamen Schweigen?
Eigentlich nichts.
Wir dürfen einfach sein.
Gerade in einer Welt voller Anforderungen und ständiger Aktivität kann das ungewohnt sein. Doch „Sein genügt“ bedeutet, den Augenblick so anzunehmen, wie er gerade ist – auch uns selbst.
Vielleicht tauchen Gedanken auf, Gefühle, innere Unruhe oder Müdigkeit. Vielleicht spüren wir Frieden, vielleicht Widerstand. All das darf da sein.
Es geht nicht darum, etwas Besonderes zu erreichen oder „gut“ zu meditieren. Es geht darum, immer wieder in den gegenwärtigen Moment zurückzukehren.
„Es geht es nicht um den Versuch, irgendwo hinzugelangen. Es geht darum, dass wir uns selbst erlauben, genau dort zu sein, wo wir sind, und genau so zu sein, wie wir sind, und desgleichen der Welt zu erlauben, genau so zu sein, wie sie in diesem Augenblick ist.“ Jon Kabat-Zinn
Muss es dabei vollkommen still sein?
Nein.
Auf dem Schusterplatz wird es auch während des Schweigens Geräusche geben: Vögel, spielende Kinder, Gespräche oder vorbeifahrende Autos. Das gehört dazu.
Oft stören uns nicht die Geräusche selbst, sondern die Vorstellung, dass der Moment anders sein müsste.
Mit der Zeit können wir erfahren: Auch mitten in den Geräuschen bleibt eine innere Stille spürbar.
„In dem Moment, in dem Du Dir der Stille bewusst wirst, wirst Du Dir auch der Gegenwart des Friedens bewusst.“ – Eckhart Tolle
Wie läuft die halbe Stunde ab?
Es braucht keinerlei Vorerfahrung.
Du kannst auf einem Stuhl, einem Kissen oder einem Bänkchen sitzen – wichtig ist vor allem, dass Du bequem sitzt. Wenn Du sehr erschöpft bist oder körperlich stark angespannt, kann sogar das Liegen oder Anlehnen an den Stuhlrücken genau die richtige Haltung für Dich sein.
Zu Beginn hilft es oft, die Aufmerksamkeit bewusst in den Körper zu bringen:
- die Füße auf dem Boden spüren
- den Kontakt zur Sitzfläche wahrnehmen
- den Atem beobachten
Der Atem kann dabei ein Anker sein, um immer wieder in den gegenwärtigen Moment zurückzukehren.
Gedanken werden auftauchen – das ist vollkommen normal. Vielleicht tragen sie uns für eine Weile fort. Sobald wir bemerken, dass wir gedanklich unterwegs sind, dürfen wir freundlich zurückkehren: zum Atem, zum Körper, zum jetzigen Augenblick. Nicht kämpfen. Nicht bewerten. Einfach wahrnehmen.
Augen offen oder geschlossen?
Beides ist möglich.
Geschlossene Augen können helfen, mehr nach innen zu spüren. Leicht geöffnete Augen können unterstützen, präsent zu bleiben.
Vielleicht bemerkst Du beim offenen Schauen auch, wie schnell wir Menschen dazu neigen, alles zu bewerten. Eine Übung kann sein, einfach nur wahrzunehmen, ohne sofort zu urteilen.
„Wenn Du andere Leute ansiehst, frage Dich, ob Du sie wirklich siehst, oder ob Du nur Deine Gedanken über sie siehst.“ Jon Kabat-Zinn
Was ist noch wichtig?
Hab Geduld mit Dir. Unruhe, Müdigkeit oder Zweifel gehören oft dazu.
Die Erfahrung entsteht durch das Praktizieren, nicht durch das Lesen darüber.
Regelmäßige Zeiten der Stille können helfen, uns selbst bewusster zu begegnen und innerlich freier zu werden.
Manchmal zeigen sich dabei auch schwierige Gefühle oder alte Themen. Dann kann es hilfreich sein, sich Unterstützung zu holen.
Wie kann ich mehr Stille in den Alltag bringen?
Stille beginnt nicht erst auf dem Meditationskissen.
Auch im Alltag können wir immer wieder bewusst gegenwärtig werden:
- beim Trinken eines Kaffees
- beim Warten auf die Bahn
- beim Gehen
- bei einem bewussten Atemzug vor dem Einschalten des Handys oder Computers
Oft sind es gerade die kleinen Momente der Präsenz, die uns wieder mit uns selbst verbinden.
Wenn Du noch weitere Fragen hast …
… schreib mir gern: Anne Prenzler; kontakt@anne-prenzler.de
Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit auf dem Schusterplatz!
Das Projekt wird gefördert durch den Stadtteilfonds Nordstadt des Fördervereins Elberfelder Nordstadt e.V.